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14. Symposium Hochleistungssport: Aus Unfällen lernen

Mit Videoanalysen Präventionsmaßnahmen ableiten 

Verletzungen im Profisport treten häufig auf und sind für alle Beteiligten schmerzhaft. Durchschnittlich sind es zweieinhalb Verletzungen pro Spieler und Saison, wie die statistischen Auswertungen des 2. VBG-Sportreports ergeben. Bei der Behandlung und Verhinderung von Unfällen im Profisport arbeiten das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin und die gesetzliche Unfallversicherung VBG Hand in Hand. Beim 14. Symposium Hochleistungssport in Berlin zeigen VBG und das Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) exklusiv am Beispiel des Profi-Fußballs, wie wichtig die Unfallanalyse für die Präventionsarbeit ist. Die VBG hat sich zum Ziel gesetzt, aus Unfällen zu lernen. Denn Sportunfälle sind kein Schicksal. 

Im Falle eines Unfalles kümmern sich bei der VBG gleich zwei Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen um einen verletzten Profispieler. Zum einen betreut der persönliche Rehamanager oder die Rehamanagerin den verletzten Spieler, sodass dieser erfolgreich zurück in den Spielbetrieb gehen kann, und zum anderen analysieren im Hintergrund Präventionsexperten der VBG die Unfallvideos mit der Fragestellung: Was kann man aus den Unfällen lernen und wie kann man diese verhindern? Die Analysen von Unfallvideos sind nur ein Teil des Mechanismus. Weitere Maßnahmen sind die Identifizierung von Verletzungsschwerpunkten mit der VBG-Verletzungsdokumentation und die Identifizierung individueller Defizite. Dafür stellt die VBG den Athletiktrainern, Medizinern und Physiotherapeuten ein Testmanual für Präventivdiagnostik zur Verfügung. Aus den gesammelten Ergebnissen aller Untersuchungen trifft die VBG dann Ableitungen für Präventionsmaßnahmen, wie Sportunfälle vermieden werden können. Ein Ergebnis der Videoanalysen ist der VBG-Sportreport, der 2017 zum zweiten Mal erschienen ist. 

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des ukb, resümiert: „Von der engen Zusammenarbeit und dem regelmäßigen Informationsaustausch zwischen der Profisport-Berufsgenossenschaft VBG und BG Kliniken wie dem Unfallkrankenhaus Berlin profitieren Spitzensportler ganz erheblich. Gemeinsam entwickeln wir Maßnahmen für Prävention und Rehabilitation, die national wie international Maßstäbe setzen.“

„Wir haben festgestellt, dass der Gegnerkontakt bei einem Großteil der Verletzungen keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt und somit das Präventionspotenzial sehr groß ist“, sagt Prof. Bernd Petri, Mitglied der Geschäftsführung der gesetzlichen Unfallversicherung VBG. „Hartnäckig hält sich immer noch der Mythos, dass Verletzungen ausschließlich mit Pech zu tun haben. Diese Denkweise möchten wir ändern, indem wir jährlich europaweit die größte Sportunfallanalyse durchführen und das daraus gewonnene Wissen an wichtige Multiplikatoren aus der Sportpraxis weitergeben.“