Klinik für Neurochirurgie

Behandlung von Hirntumoren 

Dank der computergestützten Neuro-Navigation können Bilddaten auf das Operationsgebiet übertragen werden, um Tumoren und wichtige Hirnareale einschließlich der Hirngefäße zu lokalisieren. Anhand dieser Daten kann an einem Planungscomputer ein möglichst gewebeschonender Zugangsweg zum Ziel der Operation erstellt werden. Im Operationssaal werden die erhobenen Bilddaten dann mit der Gesichtsoberfläche des Patienten abgeglichen. Es ergeben sich dadurch vielfältige Kontrollmöglichkeiten, um die geplante Operation sicher und gut durchzuführen. Die Klinik verfügt über ein Operationsmikroskop der neuesten Generation. Damit ist es sogar möglich, die Navigationsdaten und auch den geplanten Zugangsweg in das Blickfeld des operierenden Neurochirurgen einzublenden.

Bei malignen Gliomen kommt zusätzlich ein Farbstoff zum Einsatz, der sich im Gliomgewebe festsetzt und unter Beleuchtung mit blauviolettem Licht eine intensiv rote Farbe annimmt. Der Patient muss zu diesem Zweck 3 Stunden vor der Operation ein in Wasser aufgelöstes Granulat trinken. Diese Technologie ermöglicht eine nahezu vollständige Entfernung von Tumorgewebe bei Schonung des umliegenden gesunden Gewebes.

Bei Feststellung eines schnell wachsenden Hirntumors (Glioblastom) anhand einer intraoperativ gewonnenen Gewebeprobe (Schnellschnitt) kann nach weitgehender Entfernung (Resektion) des Tumors vor Ort in die verbleibende Tumorhöhle, die noch vereinzelte Tumorzellen enthalten kann, ein Chemotherapeutikum eingelegt werden. Derzeit verwenden wir das zugelassene Zytostatikum Carmustin (Gliadel). Der Wirkstoff wird so unmittelbar an das Hirngewebe abgegeben, welches erfahrungsgemäß bei infiltrierend wachsenden, hirneigenen Tumoren nicht tumorzellenfrei ist.

  Unfallkrankenhaus Berlin

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Warener Str. 7
12683 Berlin