Institut für Pathologie

Das Institut für Pathologie erstellt Diagnosen für die Patientinnen und Patienten des ukb durch die mikroskopische Analyse von Gewebeproben, Operationspräparaten und Punktaten. Dabei kommen moderne histologische, immunhistologische und molekularbiologische Verfahren zum Einsatz. 

Die von uns gestellten Diagnosen bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung von Patientinnen und Patienten in allen Fachgebieten. 

Die Leistungen des Instituts umfassen nahezu das gesamte diagnostische Spektrum der Pathologie. 

Die Pathologen gehören zu einem interdisziplinären Team, das im Rahmen der Tumorkonferenz die therapeutische Vorgehensweise bei Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen festlegt. Die Leitung der Tumorkonferenz obliegt dem Direktor des Instituts für Pathologie. Das Institut ist integraler Bestandteil des Kopf-Hals-Tumorzentrums des ukb

Zu den Leistungen des Instituts gehört ferner die intraoperative Schnellschnittdiagnostik, die wesentliche Informationen für die Operateure liefert. Ein weiteres Aufgabengebiet des Instituts ist die Obduktion zur Aufklärung von Grundkrankheiten und Todesursachen.

Leistungsspektrum:

 Histopathologische Diagnostik

Eine zentrale Aufgabe ist die mikroskopische Begutachtung von Organ- und Gewebematerial, das Patienten des ukb bei diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen entnommen wird. Dabei handelt es sich um

  • wenige Millimeter messende, bei endoskopischen Untersuchungen (z.B. aus dem Magen-Darm-Trakt) entnommene Proben (sog. Biopsate) 
  • Punktionsmaterial aus nicht direkt zugänglichen Organen 
  • Organe und Organteile (z.B. Lymphknoten, Gallenblase) 
  • große Operationspräparate

Nach der Fixierung mit Formalin erfolgen eine gründliche makroskopische Begutachtung und Beschreibung aller mit dem bloßen Auge wahrnehmbaren krankhaften Veränderungen. Kleinere Gewebeproben werden im Ganzen bearbeitet, von großen Operationspräparaten werden repräsentative Proben entnommen. Tumoren werden exakt vermessen, die äußeren Grenzen des Präparates auf Tumorfreiheit überprüft. Mitentfernte Lymphknoten werden auf einen Tumorbefall untersucht. Auf diese Weise wird die Ausbreitung von Tumoren exakt dokumentiert, um genaue Informationen über das Stadium und die Prognose der Erkrankung zu erhalten.

Im Eingangslabor des Instituts werden von den entsprechenden Gewebeproben histologische Schnittpräparate angefertigt. Dazu muss das Gewebe in Automaten entwässert, paraffindurchtränkt und gehärtet werden, damit die medizinisch-technischen Assistentinnen (MTA) des Instituts wenige Mikrometer dünne Gewebeschnitte anfertigen können. Diese werden auf Glasobjektträger aufgebracht und stehen nach Anfärbung mit verschiedenen Verfahren für die mikroskopische Untersuchung durch die Fachärzte für Pathologie zur Verfügung.

 Immunhistologie

Mit der Immunhistologie hat seit Anfang der 1980er Jahre die Immunologie Eingang in die pathologische Diagnostik gefunden. Der Einsatz von hochspezifischen Antikörpern gegen definierte Zielmoleküle erlaubt eine genaue Charakterisierung von Zellen und Geweben. Weiterhin können Zelleigenschaften ermittelt werden, die für die Prognose und für die weitere Therapie von Bedeutung sind. 

Die Immunhistologie ermöglicht es, einen Tumor exakt zu typisieren, seinen Ursprungsort einzugrenzen oder die zu erwartende Effektivität einer sich anschließenden Chemo- oder Strahlentherapie abzuschätzen. 

Auch wichtige infektiöse Erreger lassen sich immunhistologisch nachweisen. In unserem Labor stehen etwa 140 Antikörper für die tägliche Diagnostik zur Verfügung. Durch eine Automatisierung der Immunhistochemie wird eine hohe Standardisierung gewährleistet.

 Molekularpathologie

In jüngster Zeit haben Techniken aus der Molekularbiologie Einzug in die pathologische Diagnostik gehalten. Durch die Korrelation von molekularbiologischen und histologischen Befunden sind wir in der Lage, bestimmte genetische Veränderungen definierten Zellen (z.B. Tumorzellen) zuzuordnen. Wir bieten eine Reihe von molekularpathologischen Untersuchungen an. 

Hierzu gehört die in-situ-Hybridisierung zum Nachweis des HER2/NEU Gens. Dieser Test hat bei Patientinnen mit Brustkrebs prognostische und therapeutische Relevanz. 

Weiterhin führen wir molekularpathologische Testverfahren zum Nachweis von Veränderungen (Mutationen) verschiedener Gene durch, die über die Therapie von Tumorpatienten mit neuen Medikamenten entscheiden.  Das Spektrum der derzeit bei uns analysierten Veränderungen umfasst folgende Gene: HER2, EML4/ALK, KRAS, NRAS, EGFR, MGMT, und BRAF. Sie wirken sich u.a. auf die Behandlungsmöglichkeiten bei Dickdarmkrebs und Lungenkrebs aus.

Auch verschiedene Virusinfektionen können bei uns molekularpathologische nachgewiesen werden. Dazu gehören der Nachweis der Epstein-Barr Virus (EBV) Infektion sowie Nachweis und Typisierung der Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV).

 Schnellschnittdiagnostik

Bei der Schnellschnittuntersuchung werden Gewebeproben noch während der Operation, d.h. intraoperativ, begutachtet. Damit in kürzester Zeit beurteilbare histologische Präparate vorliegen, wird das entnommene Gewebe tiefgefroren und dann mit einem sogenannten Kryostaten geschnitten.

Untersucht werden z.B.  Befunde, bei denen während der Operation entschieden werden muss, ob ein Tumor vorliegt und ob dieser gut- oder bösartig ist. 

Durch die Untersuchung von Schnitträndern lässt sich intraoperativ bestimmen, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde, oder ob eine Nachresektion erforderlich ist.  Das Ergebnis der Untersuchung liegt innerhalb weniger Minuten vor und entscheidet über das weitere Vorgehen des Operateurs

 Obduktionen

Obduktionen (Autopsien, Sektionen) dienen der Aufklärung von Grunderkrankungen und Todesursachen. Sie stellen ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung in einem Krankenhaus dar. Die Ergebnisse der Obduktion dienen der Information von behandelnden Ärzten und Angehörigen, können aber auch versicherungsrechtlich von Bedeutung sein (z.B. für die Durchsetzung von Rentenansprüchen).

Wir führen klinische Obduktionen auf Anforderung der behandelnden Ärzte durch. Die Durchführung setzt die zu Lebzeiten gegebene Einwilligung des Verstorbenen oder die Zustimmung der nächsten Angehörigen voraus. Die Ergebnisse einer Obduktion werden in einer klinisch-pathologischen Konferenz erläutert und mit den behandelnden Ärzten besprochen. Die Obduktion dient damit der Aus- und Weiterbildung der Ärzte, nicht nur in der Pathologie, sondern auch in den klinischen Fächern. Aus den Krankheits- und Behandlungsverläufen lassen sich Lehren ziehen, die allen nachfolgenden Patienten zugute kommen können („mortui vivos docent“ (lat.): die Toten lehren die Lebenden).

 Forschung

Aktuelle wissenschaftliche Projekte betreffen die HPV-Infektion bei Karzinomen des Kopf-Hals-Bereichs und die Pathogenese des Hodgkin Lymphoms. Für aktuelle Veröffentlichungen siehe http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Niedobitek+G%5BAuthor%5D

  Unfallkrankenhaus Berlin

Institut für Pathologie

Warener Str. 7
12683 Berlin

  Institutsdirektor

Prof. Dr. med. Gerald Niedobitek, FRCPath

  030/5681-3750   030/5681-3753 gerald.niedobitek@ukb.de