Pressemitteilungen (CC) (Detailansicht)

Brain-Check und FAN: Neurologische Testverfahren des ukb jetzt auch in anderen BG-Kliniken im Einsatz

Gedächtnisstörungen,  Wesensveränderungen, Lähmungen, Schwindel – die auch langfristig drohenden Auswirkungen eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT) sind vielfältig. Doch oftmals werden neurologische Störungen nach einer Kopfverletzung nicht richtig oder nicht vollständig diagnostiziert und zielgerichtet behandelt. Durch das große Glück, als Krankenhaus in der Hauptstadt mit viel Unterstützung von Politik und Spitzensport wirken zu dürfen, konnte das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) sich seit vielen Jahren intensiv mit der Diagnostik und Therapie von SHT-Patienten beschäftigen. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein ganz spezielles Verfahren – der Brain Check: Durch systematische Tests wird eine vollständige Diagnostik der Kopfverletzung und dadurch ein optimierte Therapie ermöglicht. Andere Krankenhäuser der BG Kliniken – Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung bieten jetzt ebenfalls dieses einzigartige Diagnoseverfahren an.

Der Brain Check dient zur Feststellung relevanter neurologischer Defizite und zur Einleitung stationärer Rehabilitationsmaßnahmen. Dazu erfolgen unter anderem systematische neuropsychologische, psychiatrische und psychotraumatologische Tests. 

„Nur der Brain Check schafft es, die Komplexität eines Schädelhirntraumas  und dessen Folgen zu erfassen“, sagt Dr. Ingo Schmehl, Direktor der Klinik für Neurologie am ukb, der das BG-Testverfahren entwickelt hat. Die Versicherten profitieren von einem größtmöglichen Heilerfolg und können in vielen Fällen einer sonst drohenden Berufsunfähigkeit entgehen.

Als weiteres Diagnostikverfahren steht die Funktionstestung des autonomen Nervensystems (FAN) zur Verfügung. Dabei geht es darum, bei Verletzungen unabhängig vom Kopf mögliche Auswirkungen bei Schädigung des Nervensystems auf andere Organsysteme zu ermitteln. Nur durch eine korrekte Einordnung dieser Symptome ist eine gezielte Therapie möglich. FAN ist ein interdisziplinäres Verfahren, die Ärzte der Neurologie arbeiteten dabei mit anderen Fachbereichen und Abteilungen wie Innere Medizin, Urologie, HNO oder Handchirurgie zusammen.

„Wir sind sehr froh darüber, dass jetzt auch andere BG-Kliniken dieses Verfahren anwenden wollen und es gemeinsam mit uns weiter evaluieren. Wir sind auf die Ergebnisse sehr gespannt und optimistisch, dass die guten Erfahrungen, die wir gemacht haben, auch in anderen Häusern zum Tragen kommen“, sagt Prof. Axel Ekkernkamp, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des ukb.

Brain Check und FAN kommen jetzt auch bei Versicherten im BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, im  BG Klinikum Bergmannstrost Halle, den BG-Kliniken Duisburg, Hamburg und  Murnau zum Einsatz. Die BG-Kliniken Frankfurt, Ludwigshafen und Tübingen prüfen die Aufnahme der Diagnostik-Angebote in ihren Leistungskatalog.