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Zentrum für Klinische Forschung
An der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Unfallkrankenhauses Berlin gibt es seit Jahren eine rege und kontinuierlich expandierende Forschungsaktivität, die sich in einer langen Liste von Publikationen in angesehenen wissenschaftlichen Fachorganen niederschlägt (u.a. Lancet Infectious Diseases, Journal of Bone and Joint Surgery, Radiology, Journal of Medical Screening, Clinical Chemistry, Journal of Trauma, British Journal of Surgery, Cochrane Library u.v.m.). Aus der engen Kooperation mit dem Institut für Radiologie und dem Universitätsklinikum Greifswald gingen grundlegende Arbeiten zur Schockraumdiagnostik und dem Schwerverletzten-Management, aber auch der Epidemiologie schwerer Verkehrsunfälle mit internationaler Resonanz hervor. Im Januar 2006 wurde das Zentrum für Klinische Forschung (Center for Clinical Research, CCR) gegründet. An einer Klinik der Maximalversorgung, jedoch nicht-universitären Institution, stellt dieses deutschlandweit bisher ein Novum dar. Der Leiter, Herr Priv.-Doz. Dr. med. Dirk Stengel, Facharzt für Chirurgie, ist einer der Absolventen des Postgraduierten-Studiums „Master of Science in Epidemiology (MSc/Epi)“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Nutzenbewertung medizinischer Maßnahmen, der Entwicklung pragmatischer Studiendesigns, und methodischer Aspekte der Diagnostik. Er ist, sicher ungewöhnlich für einen Chirurg, Lehrbeauftragter für Epidemiologie, Biostatistik und Klinische Chemie an der Charité Berlin. Die Lehrtätigkeit am ukb, insbesondere für Studierende im Praktischen Jahr, umfasst neben klinisch-theoretischen Aspekten der Chirurgie und Unfallchirurgie auch Internet-Suchkurse und Journal Clubs.
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Leitmotiv
Leitmotiv des Zentrums ist „Aus der Klinik – in die Klinik“. Die bearbeiteten wissenschaftlichen Fragestellungen entstammen klinischen Alltagsproblemen; die Ergebnisse sollen die ärztliche Entscheidungsfindung erleichtern und durch fundierte Daten belegen. Forschung lediglich um der Forschung willen hat aus unserer Sicht keinen Platz mehr- im Zentrum der Wissenschaft steht für uns wissenschaftlich begründete, erstklassige Patientenversorgung. Die hippokratische Tradition „primum nil nocere“ („zuerst einmal nicht schaden“) hat oberste Priorität. So konnten wir in systematischen Untersuchungen die Ineffektivität zahlreicher Interventionen belegen, die weithin noch als wirksam angesehen werden- außer Kosten aber nur geringe oder keine nachweisbaren Effekte produzieren. Die Beratungstätigkeit des Zentrums zur Durchführung klinischer Studien beschränkt sich nicht nur auf alle Kliniken des ukb und der Unfallchirurgie Greifswald. Ein Auszug der Aufgaben umfasst die methodische Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V., ihre Arbeitsgemeinschaften Becken und Arthroskopie sowie die Sektion Physikalische Therapie und Rehabilitation, dem Hauptverband der Gewerblichen Berufsgenossenschaften, der British Trauma Society, der AO Clinical Investigation and Documentation, der Universitäts-Frauenklinik der Charité, der Nordostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO e.V.), den EU-Projekten OVCAD (Ovarian Cancer Diagnostics) und SAVE (Studying Accidents in Vietnam and Europe), u.v.a. Daneben gibt es zahlreiche weitere nationale und internationale Kooperationen mit akademischen und klinischen Institutionen sowie industriellen Partnern. Wir verfolgen streng wissenschaftlich auch methodische Ansätze, die nicht dem „Mainstream“ entsprechen und den Blick „über den Tellerrand“ erfordern. So beschäftigen wir uns mit beispielsweise mit Präferenzstudien, Grenzen bisheriger Modelle der Versorgungsforschung, ungeklärten Fragen der Mindestmengenproblematik u.a. Ein aktuelles Projekt innerhalb einer international besetzten Gruppe aus Klinikern, Apothekern, Psychologen, Soziologen und Pädagogen (Leitung: Prof. Dr. Franz Porzsolt, Universität Ulm) beschäftigt sich dem Problem der „Gefühlten Sicherheit“ in der Medizin und anderen Bereichen des täglichen Lebens. Jede Idee, die sich in eine wissenschaftliche Hypothese umsetzen lässt und uns der Lösung eines Problems näher bringt, wird von uns bearbeitet.
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| 13. März 2010 | 20:43 Uhr |
Unfallkrankenhaus Berlin
Zentrum für Klinische Forschung
Warener Str. 7 12683 Berlin
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Wissenschaftliche Kerngruppe
Privat-Dozentin Dr. med. Julia Seifert Oberärztin, Fachärztin für Chirurgie, Unfallchirurgie und Rettungsmedizin, ATLS-Instructor (Unfallforschung, Kindertraumatologie, Prävention, Knochen- und Gelenkinfektionen) julia.seifert@ukb.de
Privat-Dozent Dr. med. Gerrit Matthes Facharzt für Chirurgie, ATLS-Instructor (Behandlungsalgorithmen und Klinische Entscheidungsfindung) gerrit.matthes@ukb.de
Dipl.-Psych. Caspar Ottersbach Psychologie (Psychometrie, Methodik und Evaluation) caspar.ottersbach@ukb.de
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