Schwere Schädel-Hirn-Traumata und Schmerztherapie (interdisziplinär)

Schädel-Hirn-Traumata

In der Klinik für Neurochirurgie werden ca. 130 Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma pro Jahr behandelt. Als Unfallursachen kommen neben Straßenverkehrsunfällen, den Hausunfällen und dem Betriebsunfall eine herausragende Bedeutung zu. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Kliniken des Unfallkrankenhauses Berlin ist bei Diagnostik und Therapie selbstverständlich.

Regelmäßige Fortbildungen von Ärzten und Pflegekräften sichern die Qualität der Behandlung bei diesem sehr umfangreichen und heterogenen Krankheitsbild. Die Weiterbehandlung des Patienten richtet sich nach den Schäden am Gehirn. Bei schweren Hirnverletzungen ist die Weiterbehandlung in einer Klinik zur Früh-Rehabilitation ratsam.

Behandlung chronischer Schmerzen

Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung einhergeht oder von betroffenen Personen so beschrieben wird, als wäre eine solche Gewebeschädigung die Ursache. Chronischer Schmerz hat eine lange Schmerzanamnese; unangemessener Umgang mit Schmerzen (fehlende Coping Mechanismen) lassen die Schmerzschwelle absinken. Jeder chronische Schmerz hat immer auch einen psychosozialen Hintergrund.

Nach ausführlicher Diagnosestellung werden verschiedene konservative und operative Behandlungsverfahren angeboten, auch als multimodale Schmerztherapie. Multimodale Schmerztherapie bedeutet, dass gleichzeitig unterschiedliche Behandlungsansätze aus verschiedenen Fächern und Disziplinen eingesetzt werden. Die neurochirurgische Schmerztherapie beschäftigt sich mit Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, neuropathischen Schmerzen, Stumpf- und Phantomschmerzen, Rückenschmerzen, Tumorschmerzen, akuten Schmerzen und Spastik.

Die operativen Behandlungsänsätze umfassen folgende Schwerpunkte:

perkutane Thermokoagulation des Ganglion Gasseri (Nervenknoten des
  Trigeminusnerven)
- perkutane Thermokoagulation der kleinen Wirbelsäulengelenke 
  (Facettendenervierung)
- mikrochirurgische vaskuläre Dekompression nach Janetta (bei Gesichtsschmerz, 
  z.B.Trigeminus)
Rückenmark-Stimulation (Spinal Cord Stimulation, epidurale Schmerzstimulation) 
  bei neuropathischen Schmerzen nach ausgereizter medikamentöser Behandlung
Implantation verschiedener Medikamentenpumpen für die intraspinale Opiate-
  Applikation bei nicht mehr medikamentös behandelbarer Tumorschmerzen oder
  Failed-back-surgery-Syndrom (chronischer Rückenschmerz).

Alle schmerztherapeutischen Patienten werden in einer speziellen Sprechstunde kontinuierlich behandelt.

 

Unfallkrankenhaus Berlin
Klinik für Neurochirurgie

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