Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Willkommen in der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie des Unfallkrankenhauses Berlin. Wir möchten Ihnen gern die Klinik, das Behandlungsspektrum und die Gesamtheit unserer Leistungen vorstellen. Pro Jahr werden derzeit über 1.400 Patienten stationär und 3.000 Patienten ambulant behandelt. Wir hoffen, unsere Seiten geben Ihnen Auskunft über unser Leistungsangebot und konnten Ihnen einige Fragen beantworten.Für Ihre Probleme und Anregungen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Behandlungsschwerpunkte sind:
- Traumatologie, insbesondere die Versorgung und Wiederherstellung von Patienten mit Gesichtsverletzungen
- Plastisch-rekonstruktive Chirurgie des Gesichtsbereiches, einschließlich der mikrovaskulären Chirurgie
- Dysgnathiechirurgie (kieferorthopädische Chirurgie)
- Chirurgie der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und anderer Fehlbildungen des Gesichts
- Chirurgie der Speicheldrüsen
- Chirurgie der Orbita (Augenhöhle)
- Tumorchirurgie, einschließlich der rekonstruktiven Chirurgie
- Chirurgie des Mundhöhlenkarzinoms
- Chirurgie von bösartigen Hauttumoren des Gesichts
- zahnärztliche Chirurgie, einschließlich der enossalen Implantologie
- Plastisch ästhetische Chirurgie des Gesichtes
Verletzungen im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich (Traumatologie)
Mit den Mitteln der modernen Osteosynthese und atraumatischen Operationsverfahren sowie der freien Gewebetransplantation ist es heute möglich, Patienten nach ausgedehnten Verletzungen des Gesichtsschädels in fast allen Fällen vollkommen zu rehabilitieren. Weichteil- und knöcherne Verletzungen können in der Regel primär in einer einzigen Operation versorgt werden. Dabei ist die früher unumgängliche intermaxilläre Verdrahtung, d.h. das Verschnüren von Ober- und Unterkiefer nur noch in seltenen Ausnahmen erforderlich.Unfall- oder tumorbedingte Gesichtsdefekte (plastische rekonstruktive Gesichtschirurgie)
In Fehlstellung verheilte Gesichtsschädelfrakturen werden computerassistiert oder anhand von Stereolithographiemodellen korrigiert. Durch die Planung am Computer oder am Schädelmodell kennt der Operateur bereits vor Operationsbeginn genau das Ausmaß der Fehlstellung. Die Ausdehnung knöcherner Defekte kann genau bestimmt werden. Die zur Rekonstruktion benötigte Menge körpereigenen Knochens ist daher bereits vor der Operation bekannt, und kann daher falls erforderlich körpereigenen Knochen – in geeigneten Fällen kann dann auch keramisches Knochenersatzmaterial, das virtuell passgenau hergestellt wurde, zum Einsatz kommen, eine Knochenentnahme wird so vermieden. Eine ähnliche Vorgehensweise wird bei Fehlbildungen oder nach Tumoroperationen erforderlich. Die bei Tumorpatienten oft ausgedehnten Gesichtsdefekte machen regelmäßig Transplantationen von Knochen, Haut und Muskulatur, oft in Form mikrovaskulär gestielter Lappen, erforderlich. Zum Beispiel erfordert die Rekonstruktion des Unterkiefers häufig die mikrovaskuläre Transplantation eines Teiles des Wadenbeins oder des Beckenkamms. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie.Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Die Behandlung eines Kindes mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beginnt unmittelbar nach der Geburt mit der Einleitung einer frühkieferorthopädischen Behandlung (Trinkplatte). Der Verschluss von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten erfolgt in der Regel in zwei Operationsschritten im Säuglingsalter. Spätestens zur Einschulung sollte die Primärversorgung abgeschlossen sein, so dass für den medizinischen Laien die Spaltbildung nicht mehr erkennbar ist. Trotzdem werden in vielen Fällen auch im weiteren Verlauf noch Korrekturoperationen erforderlich sein.Dysgnathien (extreme Fehlstellungen der Kiefer) und andere kranio-faziale Fehlbildungen
Patienten mit Dysgnathien leiden an einem Missverhältnis der Größe und Stellung von Ober- und Unterkiefer. Dieses Missverhältnis liegt in einem derartigen Ausmaß vor, dass eine alleinige konservative kieferorthopädische Maßnahme nicht ausreichend ist. Es sind vielmehr nach kieferorthopädischer Vorbehandlung ausgedehnte Umstellungsosteotomien (chirurgische Verlagerungen) sowohl des Ober- als auch des Unterkiefers erforderlich, um ein funktionell und ästhetisch gutes Ergebnis zu erzielen.Erkrankungen des Kiefergelenks und andere funktionelle Störungen des stomatognathen Systems
Akute und chronische Schmerzen des Kiefergelenkes und der Kaumuskulatur gehen oft mit Beschwerden der Halswirbelsäule, der Nacken- und Halsmuskulatur, der Zungenmuskulatur und mit Schluckbeschwerden einher. Sie äußern sich aber auch in Form unklarer Kopfschmerzen. Die konservativen Kiefergelenkbehandlungen erfolgen nach genauer Analyse des stomatognathen Systems durch Eingliederung von adjustierten Aufbißschienen und Physiotherapie, weiterhin werden arthroskopische Untersuchungsverfahren und in Ausnahmefällen offene Kiefergelenkoperationen eingesetzt.Mundschleimhauterkrankungen
Veränderungen der Mundschleimhaut können harmlos, häufig aber eine Vorstufe von Mundhöhlenkrebs sein. Daher ist in jedem Fall eine genaue Diagnose, häufig die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich. Zahlreiche Mundschleimhauterkrankungen können heute mit modernen Laserverfahren schonend behandelt werden.Tumorchirurgie
Die erfolgreiche Behandlung gut- und bösartiger Tumoren der Mundhöhle und der Speicheldrüsen erfordert häufig die Resektion und Rekonstruktion wesentlicher Anteile des stomatognathen System wie der Zunge, des Ober- und des Unterkiefers, einschließlich der abhängigen Lymphwege. Bösartige Erkrankungen der Gesichtshaut (weißer und schwarzer Hautkrebs) erfordern nach ihrer Entfernung die Rekonstruktion der Gesichtsweichteile wie Lider, Wangen und Lippen. Die Behandlung bösartiger Tumoren erfordert häufig ein interdisziplinäres Vorgehen. Daher wird das genaue Vorgehen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.Orbitachirurgie
Die Orbitachirurgie beinhaltet einerseits die Rekonstruktion des Orbitaringes und der Orbitawandungen im Rahmen der Traumatologie und der plastisch rekonstruktiven Gesichtschirurgie. Weiter werden alle Tumoren der Orbita behandelt. Diese Eingriffe erfolgen alle in enger Zusammenarbeit mit der Augenklinik Marzahn.Implantologie - Präprothetische Chirurgie
Durch die Entwicklungen der Zahnärztlichen Implantologie ist es heute möglich, im Kiefer künstliche Zahnwurzeln (osseointegrierte Implantate) zu verankern und so Zahnersatz einzugliedern, der dem Patienten ein Kauen vergleichbar dem mit natürlichen Zähnen gestattet. Bei starkem Schwund des Kieferknochens wird vor der eigentlichen Implantation ein Knochenaufbau erforderlich. Dieser Knochenaufbau erfolgt schonend, vielfach mit Knochenersatzmaterial (z.B. Sinusbodenelevation), gelegentlich wird aber die Verpflanzung körpereigenen Knochens erforderlich. Darüber hinaus werden alle erforderlichen Operationen zur Verbesserung des Prothesenlagers durchgeführt.Zahnärztliche Chirurgie
Im Rahmen der zahnärztlichen Chirurgie werden extrem verlagerte Zähne bzw. ausgedehnte Zysten operativ entfernt. Derartige Prozesse machen teilweise die Rekonstruktion des betroffenen Unterkieferabschnittes mit Knochenersatzmaterial oder auch mit körpereigenem Knochen erforderlich, ähnlich wie bei der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie dargestellt. Die mikrochirurgische Verlagerung des Nervus alveolaris inferior im Unterkiefer wird nicht selten notwendig.Septische Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Die septische Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie behandelt akute, von den Zähnen und den Speicheldrüsen, den Nasennebenhöhlen und der Gesichtshaut ausgehende Entzündungen.Schluckstörungen (Dysphagie)
In enger Zusammenarbeit mit den Nachbardisziplinen (HNO, Neurologie, Chirurgie, Logopädie) werden akute und chronische Schluckstörungen vorwiegend konservativ behandelt.Epithetik
Der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ist ein Zentrum für Epithetik angeschlossen.Epithesen sind künstliche Gesichtsteile wie Nasen und Ohren, die in den Fällen eingegliedert werden, bei denen eine chirurgische Rekonstruktion nicht möglich ist oder nicht gewünscht wird.
Sprechstunden
In der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie finden täglich Sprechstunden statt:- Traumatologische Sprechstunde (Frakturensprechstunde)
- Plastisch-Rekonstruktive Sprechstunde (Unfallspätbehandlung)
- Tumornachsorge
- Kieferorthopädisch/chirurgische Sprechstunde
- Sonographiesprechstunde
- Kiefergelenksprechstunde
- Präprothetische implantologische Sprechstunde (Zahnimplantate)
- Sprechstunde für Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kranio-faziale Fehlbildungen
Unfallkrankenhaus Berlin
Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Warener Str. 712683 Berlin
Klinikdirektor
Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Michael Herzog
Fax 030/5681-4203
michael.herzog@ukb.de