Hirntumoren und intraoperatives Neuromonitoring

Hirntumoren:
Neuronavigation, intraoperative Tumorfärbung, lokale Chemotherapie intraoperativ

Die Neuronavigation erlaubt computerassistiert die genaue Übertragung der Bilddaten auf das Operationsgebiet zur genauen Lokalisation von Tumoren und wichtigen Hirnarealen einschließlich der Hirngefäße. Anhand dieser Daten kann an einem Planungscomputer ein möglichst gewebeschonender Zugangsweg zum Ziel der Operation erstellt werden. Im Operationssaal werden die erhobenen Bilddaten mit Markierungen am Kopf des Patienten abgeglichen. Es ergeben sich dadurch vielfältige Kontrollmöglichkeiten, die geplante Operation sicher und mit hoher Qualität zu gestalten. Unsere Klinik verfügt über ein Operationsmikroskop der neuesten Generation. Damit ist es möglich die erhobenen Navigationsdaten und auch den geplanten Zugangsweg in das Blickfeld des operierenden Neurochirurgen einzublenden.

Bei malignen Gliomen kommt zusätzlich die Methode der floureszenzgestützten Resektion mit 5-Aminolävulinsäure zum Einsatz. Das Gliomgewebe reichert diese Substanz an und nimmt unter Beleuchtung mit blauviolettem Anregungslicht eine intensiv rote Farbe an. Der Patient/ die Patientin muß zu diesem Zweck 3 Stunden vor der Operation 5 – Aminolävulinsäure als in Wasser aufgelöstes Granulat trinken. Diese Technologie ermöglicht eine nahezu vollständige Entfernung von Tumorgewebe bei Schonung des umliegenden gesunden Gewebes.

Bei Feststellung eines schnell wachsenden Hirntumors (Glioblastom) anhand einer intraoperativ gewonnenen Gewebsprobe (Schnellschnitt) lässt sich nach weitgehender Resektion des Tumors vor Ort die Resektionswand mit Chemotherapeutika besetzen. Derzeit verwenden wir das zugelassene Zytostatikum Carmustin (Gliadel). Der Wirkstoff wird so unmittelbar an das Hirngewebe abgegeben, welches erfahrungsgemäß bei infiltrierend wachsenden, hirneigenen Tumoren nicht tumorzellenfrei ist.

Intraoperatives Neuromonitoring

Das intraoperative Neuromonitoring erfuhr in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme in der Neurochirurgie. Es hat den Zweck, die Funktionsfähigkeit bestimmter Gehirn- und Rückenmarkbereiche bei neurochirurgischen Eingriffen zu überwachen. Mit Hilfe der kontinuierlichen Ableitung von EEG, SEP, AEP und/oder MEP, sowie der Möglichkeit direkter Stimulation von Nervengewebe während der Operation steht ein Verfahren zu Verfügung, welches bereits bei geringen Veränderungen der Messung den Operateur vor einem drohenden Funktionsschaden warnt, worauf er seine Operationsstrategie anpassen und so sehr häufig die Nervenfunktion erhalten kann.

Die Ziele des intraoperative Neuromonitoring sind:

- Minimierung operationsbedingter neurologischer und neuropsychologischer Schäden
-
Erweiterung des chirurgischen Spektrums auf früher als inoperabel angesehene 
  Prozesse
-
intraoperative Bestätigung und Dokumentation des erreichten chirurgischen Zieles

In unserer Neurochirurgischen Klinik erfolgt das intraoperative Neuromonitoring mit dem Nicolet-Endeavor-CR-Gerät der Firma VIASYS HEALTHCARE.

 

Unfallkrankenhaus Berlin
Klinik für Neurochirurgie

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