Abteilung für Psychotraumatologie

Psychologische Schmerztherapie

Im Zuge von Verletzungen und längeren, komplexen Heilungsverläufen kann es vorkommen, dass chronische (d. h. über ein halbes Jahr andauernde oder wiederkehrende) Schmerzen den Alltag von Patienten begleiten. Sie sind meist die Folge von Umbauprozessen im Zentralen Nervensystem und schränken die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. 

In Zusammenarbeit mit der anästhesiologischen Schmerzambulanz bieten wir für chronische Schmerzpatienten zum einen eine ambulante Gruppentherapie und zum anderen Einzel- und Gruppengespräche im Rahmen der Multimodalen Schmerzrehabilitation an.

 Ambulante Schmerz-Gruppentherapie

In 10 Gruppensitzungen wird den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, sich über Strategien im Umgang mit dem Schmerz auszutauschen, mehr über die Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen zu erfahren und Übungen und Möglichkeiten zur Schmerzkontrolle kennenzulernen und einzuüben.

Therapiebausteine sind:

  • Wissensvermittlung über Schmerz und den Prozess der Chronifizierung,
  • Aufklärung über den Zusammenhang zwischen Schmerz und Psyche
  • Identifikation ungünstiger Gedanken- und Verhaltensmuster,
  • Erarbeiten hilfreicher Gedanken und Bilder, die die Akzeptanz fördernd 
  • Methoden zur Aufmerksamkeitslenkung und hypnotherapeutische Übungen zur Schmerzkontrolle,
  • Schrittweiser Aufbau von Aktivität und Bewegung
 Einzel- und Gruppengespräche im Rahmen der Multimodalen Schmerzrehabilitation

In enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Entspannungs-, Ergo-, Physio-, Elektro- und Sporttherapeuten der Multimodalen Schmerzrehabilitation sorgen wir für eine engmaschige psychologische Begleitung – einzeln und in der Gruppe. 

In den Einzelgesprächen werden nach einer gründlichen individuellen Analyse aufrecht erhaltende Faktoren aufgezeigt und Möglichkeiten der Veränderung besprochen. Erste therapeutische Interventionen dienen der Verbesserung des Umgangs mit dem Schmerz im Alltag sowie mit begleitenden Symptomen wie Gereiztheit, Niedergeschlagenheit oder Hilflosigkeit. 

Die Gruppensitzungen gliedern sich in zwei Einheiten. In der sogenannten psychoedukativen Gruppe erfahren die Patienten mehr über die Entstehung von chronischen Schmerzen und deren Zusammenhang zu Gedanken, Gefühlen und Verhalten. Hierbei werden auch relevante Modelle auf dem neuesten Forschungsstand aus der Schmerz- und Neurobiologieforschung vermittelt. 

In der Praxisgruppe werden in praktischen Übungseinheiten spezielle Methoden eingeübt, die im Umgang mit Schmerz während der Reha sowie täglich zu Hause hilfreich sind. Sie gliedern sich in Übungen zur sogenannten Wahrnehmungsdefokussierung und zum Umgang mit belastenden Gedanken. 

  Unfallkrankenhaus Berlin

Abteilung für Psychotraumatologie

Warener Str. 7

12683 Berlin